Moritz erzählt wie die Alpakas nach Bieber kamen….

„Hallo, ich bin Moritz, ein Alpaka Hengst und Chef hier in der Truppe! Ich habe mit meinem Kumpel Fridolin zusammen einige Jahre auf einem Bauernhof mit vielen Kühen im Westerwald gelebt. An einem Sommertag vor zwei Jahren kamen Tanja und Udo zu Besuch und wollten uns kaufen. Sie hatten in der Schweiz im Berner Oberland Urlaub gemacht und sind dort beim Gassi gehen mit den Hunden jeden Tag einer Herde Alpakas begegnet. Die zwei hatten sich sofort in uns Alpakas verliebt und als sie wieder zu Hause waren stand der Plan schon fest…..Alpakas werden in Bieber einziehen.

Und so kam es, das Fridolin und ich ein paar Tage später umgezogen sind.

Wir bezogen einen schönen geräumigen Stall mit saftig grüne Weiden. Zwar lebten wir uns schnell ein und genossen das neue zu Hause, aber mein Kumpel Fridolin war immer mal wieder übel gelaunt, was mich echt stresste. Immer wieder hatten wir Streit was es den Umgang mit uns manchmal schwierig machte. Nun ja, wir sind nun mal Herdentiere und zwei Alpakas sind keine Herde. Daran gibt es nichts schön zu reden. Schließlich sollten wir noch Gesellschaft bekommen. Tanja und Udo fanden in Braunfels bei ganz lieben Menschen zwei junge Alpakas, die dann bei uns einzogen und somit war die Männer WG Komplett…..erst mal. Harry, ein eher ruhiger Vertreter seiner Art und 007….lach… ein Agent….so sah er gar nicht aus, so schüchtern wir es war als er kam, lebten sich schnell ein. Und Fridolin wurde immer entspannter, was mir sehr gut tat und wir uns auch nicht mehr stritten.

Die Wintermonate verbringen wir in der nähe des Ortes mit ein paar Schafen zusammen, den Soay Schafen, kleine schottische Wildschafe, die genauso sind wir wir…..Neugierig, aber bitte nicht anfassen.

Im Frühjahr kommen dann noch die Restlichen Schafe dazu um den Stall als Wochenstation zu nutzen. Das ist der Zeitpunkt an dem wir dann das Feld räumen müssen, damit die Schafdamen mit ihren Lämmern für sich sind. Nach ein paar Tagen Vorbereitung auf das frische Grüne Weidegras, geht es dann auf die große Sommer Weide am Fuße des Dünsberg, ein Abenteuer für uns, da freuen wir uns schon drauf. Dort haben wir viel Platz zum flitzen,Hügel, Bäume und Büsche zum verstecken.

Zur Zeit ist es wieder kalt und schmuddelig draußen, es ist Herbst und wir sind in unserem Winterquartier.

Vor kurzem sind noch zwei neue Alpakas zu und gekommen. Zottel, ein sehr selbstbewusster Kerl und sein Anhängsel Diego, netter Typ. Und die werden ständig spazieren geführt. Jetzt gehen sogar Harry und 007 da auch mit…..ich weiß noch nicht was ich davon halten soll………wir werden es sehen….einmal musste ich auch schon mit…..ich überlege mir das aber noch, ob mir das Gefällt…….und ich geh nur mit, wenn Fridolin auch mit kommt!

Liebe Grüße Euer Moritz“

Text und Bilder: Tanja Simon

Alpaka Rassebeschreibung

Harry mit dicker Wolle, ein Huacaya Alpaka.

Das Alpaka ist eine aus den südamerikanischen Anden stammende, domestizierte Kamelform, die vorwiegend wegen ihrer Wolle gezüchtet wird. Der Bestand an Alpakas in Peru liegt bei etwa 3,5 Millionen Tieren, was ca. 80 Prozent des weltweiten Bestandes ausmacht.

In Europa wird Alpakawolle bisher eher wenig genutzt. Alpakas werden in Europa wegen ihres ruhigen und friedlichen Charakters auch in der tiergestützten Therapie eingesetzt.

Es gibt zwei Alpakatypen, das Huacaya und das Suri. Sie unterscheiden sich in der Struktur ihrer Faser: Das Huacaya-Alpaka hat eine feine, gleichmäßig gekräuselte Faser und einige Grannenhaare (Deckhaare), die möglichst fein sein sollten. Das Suri-Alpaka hingegen hat keine Kräuselung in der Faser, das Haar bildet gelockte, gerade Strähnen, die am Tier herabhängen. Dadurch wirken Suris oft schmaler als Huacayas.

Wie bei allen Kamelen ist der Körperbau der Alpakas durch relativ langgestreckte, schlanke Beine, einen langen, dünnen Hals und einen kleinen, dreieckigen Kopf charakterisiert. Als Neuweltkamele haben sie keinen Höcker. Sie sind etwas kleiner als Lamas, mit einem Gewicht von etwa 55 bis 65 Kilogramm sind sie vor allem deutlich leichter, Hengste können jedoch bis zu 80 Kilogramm schwer werden. Die Farben der Tiere reichen von Reinweiß über Beige zu allen Braun- und Rotbrauntönen bis hin zu Grauabstufungen und Tiefschwarz. Es gibt außerdem mehrfarbige, gescheckte Tiere in vielen Variationen.

Das dunkle Kullerauge eines Alpakas

Die Lebenserwartung eines Alpakas liegt zwischen 20 und 25 Jahren.

Hier sind deutlich die unteren Schneidezähne von Fridolin zu sehen.

Alpakas sind wie alle Kamele soziale Tiere (Herdentiere) und fühlen sich in Gruppen am wohlsten. Sie sind Pflanzenfresser und ernähren sich fast ausschließlich von Gräsern. Wie alle Kamele haben sie einen dreiteiligen Magen, der das Verdauen der Pflanzennahrung erleichtert. Auch verfügen sie nicht über obere Schneidezähne, sondern eine Kauplatte wie bei unseren Wiederkäuern.

Die Tiere werden in der Regel einmal jährlich geschoren. Die Rohwolle kann zu hochwertigem Alpakagarn verarbeitet werden. Der Faserertrag beim Scheren eines Tieres liegt bei drei bis sechs Kilogramm pro Tier und pro Jahr, davon sind jedoch nur etwa ein bis drei Kilogramm nutzbar.

Die Domestizierung der Alpakas wie auch der Lamas setzte schon um 3000 v. Chr. ein. Während das Lama den südamerikanischen Zivilisationen vor allem als Lasttier diente, wurde das Alpaka wegen seiner Wolle gezüchtet. Bei den Inka galt ein Alpakamantel als Zeichen des Wohlstands; allerdings war der herrschenden Kaste die noch feinere Wolle der Vikunjas vorbehalten. Die Inkas züchteten große Alpakaherden. Dies änderte sich mit der Eroberung Perus durch die Spanier, die Schafe mitbrachten und kein Interesse daran zeigten, die einheimischen Nutztiere zu erforschen. So wurde das Alpaka zum Nutztier der armen, indianischen Bevölkerung und war zwischenzeitlich fast ausgestorben.

007 mit seiner weichen Nase.

Erst mit der Unabhängigkeit der Staaten Südamerikas erkannte man erneut den Wert des Alpakas. Die Zucht wurde wieder aufgenommen und die Wolle in alle Welt exportiert. Heute gibt es etwa 3,5 Millionen Alpakas, vorwiegend im südlichen Peru, dem westlichen Bolivien und Chile.

Zottel und Diego, unsere 2 Suri Alpakas.

Auch in Europa werden zunehmend mehr Alpakas gehalten, teils als Hobby, teils zur Züchtung. Die Zuchttiere wurden anfänglich importiert, doch mittlerweile weisen die Alpakas in Europa die notwendige Qualität der Faser auf und es gibt die Tendenz, mehr auf die Stammbäume zu achten. In Deutschland gibt es derzeit etwa 2000 Tiere, in der Schweiz gab es per 2008 für 1875 Alpakas Direktzahlungen.

Quelle: wikipedia.com
Bilder: Tanja Simon